Letzter Halt: New York City

10404329_10152360715126008_1320592354062167874_nFrüh morgens kommen wir nach einer Nachtfahrt in Manhattan an. Von der vorangegangenen Halloween-Nacht laufen uns noch einige Gespenster über den Weg, ansonsten ist der Broadway ausnahmsweise einigermaßen ruhig. Wir setzen uns erst einmal in ein Café, um die Zeit bis zum Check In im Hostel zu überbrücken.

11106_10152360715011008_5445817344039066148_nFür die ersten zwei Nächte haben wir uns in ein Hostel in Brooklyn eingebucht.
Nachdem wir das Hostel gefunden und ein wenig Schlaf nachgeholt haben (wegen durchgehendem Regen zieht es uns nicht nach draußen), wollen wir nur noch schnell ein paar Kleinigkeiten einkaufen. Leichter gesagt als getan: Der vermeintliche Supermarkt entpuppt sich als eine Art Metro in XXL-Format und wir fühlen uns doch etwas fehl am Platz.
In den ersten Tagen wollen wir zunächst Manhattan erkunden und finden uns am ersten vollen Tag in New York auch direkt auf dem Empire State Building wieder, von welchem aus wir bei strahlendem Sonnenschein über New York City blicken.

Da wir insgesamt 11 Tage in der Stadt haben (eigentlich wollten wir noch nach Boston, aber New York10262158_10152360715231008_3327073871150018196_n hat uns dann doch zu sehr begeistert), lassen wir alles etwas entspannter angehen. Wir werden in der Zeit noch zweimal umziehen, um in verschiedenen Gegenden New Yorks zu wohnen. Nach Brooklyn geht es daher weiter nach Queens und nach vier Nächten dort für die übrige Zeit nach Manhattan, zu einer Freundin von Markus, noch aus Grundschulzeiten.

Nachdem wir in Manhattan den Financial District mit der Wallstreet, die Freiheitsstatue und die schönen Viertel wie Soho, Noho und Little Italy abgeklappert haben, wollen wir mal runter von der Insel. Wir machen uns also auf in die Bronx, die jedoch doch noch immer nicht so sicher zu ein scheint, wie uns versucht wurde zu erklären. Was jedoch nur auf unser Gefühl zurückzuführen ist.
Auch Harlem besuchen wir für einen Tag und nehmen an einem Gottesdienstes teil, nachdem wir sowohl durch Straßen mit netten kleinen Cafés, als auch Hochhaussiedlungen gelaufen sind. Brooklyn überzeugt uns mit seinem Stadtteil Williamsburg und dem Prospect Park und in Queens landen wir in einem mexikanischen Restaurant, dass uns nicht daran zweifeln lässt mitten in Mexiko, statt New York zu sein.
Die Vielfalt New Yorks zieht uns jeden Tag auf’s neue in ihren Bann und nachdem wir das MoMA und Metropolitan Museum besucht haben und den Meatpacking-District in Manhattan abgelaufen sind neigt sich unsere Zeit langsam dem Ende zu.
Zwar haben wir noch immer lange nicht das Gefühl die gesamte Stadt gesehen zu haben, doch die wichtigsten Teile sind unser Meinung nach erkundschaftet.

10644434_10152360715391008_4941495407655181191_nAm letzten Abend meiner Weltreise besuchen wir schließlich noch den Madison Square Garden, in dem die Knicks gegen Atlanta spielen. Auch ohne Sieg ein schöner Abschluss meiner Reise, die nun vorbei sein soll.
Nach 10,5 Monaten setze schließlich auch ich mich ins Flugzeug Richtung Hamburg, um endlich mal wieder Bewohner, statt Tourist einer Stadt zu sein.

Mit dem Auto durch Kanada

10461383_10152337548811008_7227404196178932775_nAnfang Oktober wird es für mich Zeit das sommerliche Thailand zu verlassen und mich aufzumachen in den Herbst nach Kanada. Nach einer über 30-stündigen Reise von Bangkok nach Toronto, bei der ich in Brüssel kurz europäische Luft schnuppern durfte, lande ich endlich in der westlichen Welt. Am Flughafen werde ich bereits von Markus, meinem Bruder, erwartet, der am Tag vor mir angekommen war.

10670208_10152337547746008_8393316689327747637_nWir haben uns entschieden zunächst einmal Toronto zu erkunden, bevor es mit einem Mietauto innerhalb von drei Wochen nach Québec City und zurück gehen soll.

Das in der Tat schon herbstliche Wetter lädt zwar nicht zum lange draußen sein ein, aber davon wollen wir uns als Hamburger nicht abhalten lassen. Drei tage laufen wir durch Toronto. Sehen alles vom schönen Distillery-District, die Hochhäuser der Innenstadt, Chinatown, das Viertel um den Kensington Market und einige der vielen Kneipen der Stadt.

Nach drei Nächten können wir es jedoch nicht mehr erwarten endlich den Indian Summer mitzuerleben und machen uns auf den Weg Richtung Norden.
Ohne Karte, Navi oder einen genauen Plan wohin wir wollen, folgen wir den Himmelsrichtungen und landen schließlich in dem ersten Ort. Zwar nicht schön, aber selten denken wir uns bei seinem Anblick und als wir zum Abendessen in einem Pub gehen spüren wir anhand der anderen Gäste schnell, dass wir nun wirklich mitten in Kanada sind.

10635717_10152337548736008_7474254217728766491_nWir machen uns auf den Weg in den Algonquin Provincial Park, um in der Natur zu sein. Wir beschließen die Nacht zu campen und nach unserer ersten Wanderung finden wir schnell einen schönen Platz direkt am See. Wir sind skeptisch wie die Nacht werden wird, für die -4°C angesagt sind und wir ohne Isomatten unterwegs sind – ein wie wir feststellen müssen unabdingbares Campingzubehör!

Solange es geht sitzen wir in einem Restaurant unweit unseres Platzes und treffen auf dem „Nachhauseweg“ direkt noch einen Wolf an. Das Camping kann also beginnen. Wir kuscheln uns in unsere Schlafsäcke doch merken schnell, dass die besagten Isomatten dringend notwendig wären. Um 3Uhr morgens halten wir es schließlich nicht mehr aus und ziehen ins Auto um. Wärmer wird es dadurch nicht, doch ein wenig bequemer und irgendwann geht schließlich doch noch die Sonne auf.

Wir sind froh wenigstens einmal gecampt zu haben, doch bei dem einen mal wird es wohl auch bleiben.10805813_10152337548351008_8323500863423516542_n

Als wir zwei Tage später bei 25°C im T-Shirt in der Sonne sitzen, kommt uns die durchfrorene Nacht ewig weit weg vor und wir bekommen das Phänomen des Indian Summer deutlich zu spüren.

Langsam bewegen wir uns Richtung Osten. Fast jeden Tag legen wir drei Autostunden Fahrt zurück, halten zwischendrin an und erklimmen Berge oder spazieren an Seen entlang.

Zwischen den Stopps in der Natur zieht es uns alle paar Tage in die größeren Städte.
So besuchen wir drei Tage lang Kanadas Hauptstadt Ottawa und übernachten in einem ehemaligen Gefängnis, bestaunen Montréal von einem Hügel aus von oben und schlendern schließlich durch die schönen Gassen Québecs, das uns an ein kleines französiches Bergdorf erinnert.

10363230_10152337562196008_3186156686251734400_nAls schließlich auch der Indian Summer dem Winter weichen muss, setzen wir uns wieder ins unseren Chevrolet Impala du fahren zurück nach Toronto, um vor den USA noch die Niagarafälle zu besuchen.

Auf den geschossenen Fotos sehen die Wasserfälle im Nachhinein leider beeindruckender aus als in live, aber auslassen wollten wir sie auch nicht.

 

Und schon heißt es Abschied nehmen von Kanada und die letzte Station, New York City, wartet auf uns.

Bangkok

IMG_2839Nach unseren entspannten Tagen am Strand in Südthailand setze ich mich mit meiner Mutter und meiner Schwester in den Flieger nach Bangkok. Noch am Flughafen werden wir meinen Vater treffen, der für sechs Tage hinzu kommen wird, damit wir uns auch mal wieder sehen.

Wir schlafen bei Bekannten meiner Eltern, was die übliche Hotelsuche ausfallen lässt und uns für die kommenden Tage eine sehr schöne Unterkunft und tolle Beherbergung bietet.

1385574_10152321462126008_9049032636575820913_nDie Tage in Bangkok werden schnell vergehen, es ist kaum zu glauben wie viel es in Bangkok zu sehen gibt. Reichen mir normalerweise zwei Tage in einer Großstadt, bin ich in Bangkok für ganze sieben Tage voll beschäftigt.
Jeden Tag besuchen wir Sehenswürdigkeiten wie den Grand Palace oder Wat Pho (einen Tempel mit einem 45Meter langen liegenden vergoldeten Buddha), laufen durch die Straßen Bangkoks, probieren alle möglichen Transportmittel (von Taxi über Boot bis hin zum Tuktuk) aus und lassen uns von der Stadt treiben.

Schnell wird klar, dass es stimmt, was alle immer sagen: In Bangkok geht es nicht immer nur darum Sehenswürdigkeiten zu besuchen, sondern viel mehr, die Stadt zu spüren und zu erleben. Was für mich einen großen Unterschied zu anderen Städten darstellt sind die Tempel, die über die ganze Stadt verteilt immer wieder auftauchen. Einige sind Touristenattraktionen, wie der sehr schöne Wat Arun oder Wat Benjamabophit, andere sind unscheinbarer. Immer gibt es auf dem Gelände eines Tempels die Möglichkeit sich hinzusetzen und auszuruhen. Während man dies tut laufen die Mönche in ihren Kutten an einem vorbei und für kurze Momente vergisst man das laute und hektische Treiben der Stadt. Nach dem Durchatmen ist dann wieder Genug Energie da um Viertel wie Chinatown, in dem es unglaublich eng und wuselig ist, zu besuchen oder in einer der vielen Einkaufszentren zu gehen. Bei diesen sollte man sich vorher informieren, worauf es ausgerichtet ist. Denn anders als in Deutschland kann man hier auch schnell mal in einem Zentrum landen, in dem es ausschließlich gefälschte Marken gibt (Ma Boon Krong).10403309_10152321462336008_4146140636281656356_n

Wer die Zeit findet, sollte wie wir unbedingt nach Ayutthaya fahren, die alte Hauptstadt Thailands, die circa 70 Kilometer nördlich von Bangkok liegt. Hier gibt es diverse wunderschöne Tempelanlagen zu besuchen gibt.

Am Wochenende

Nachdem meine Familie bereits zurück in Deutschland ist und ich gefühlt beinahe alle wichtigen Tempel und Sehenswürdigkeiten in Bangkok besucht habe und auch eine Massage nicht gefehlt hat, ist IMG_2849nochmal Zeit zu shoppen. Ich mache mich am Samstag auf zu dem Wochenendmarkt Chatuchak, der so groß ist, dass ich ohne Probleme den ganzen Tag hier herumlaufen kann. In Chatuchak gibt es alles zu kaufen. Von Kleidung, über Taschen, Blumen und Seife, bis hin zu Gartenmöblen und Gemälden. Jeder Stand hat sich auf eine Sache spezialisiert und der Markt ist in Rubriken aufgeteilt. Neben dem Stand für Ledertaschen gibt es einen für Stofftaschen, dann einen für Basttaschen und so weiter. Es bleibt kein Herzenswunsch unerfüllt. Und wenn einem am Ende des Tages die Füße weh tun, kann man sich direkt noch für knapp 4€ eine halbe Stunde lang diese massieren lassen.

Nach einer Woche in der großen und aufregenden Stadt, in der es jeden Tag einmal einen ordentlichen Regenguss gab (die Regenzeit hat halt doch schon begonnen) und ich mal durch fast leere Straßen gefahren, mal drei Stunden lang für den Nachhauseweg gebraucht habe, weil die ganze Stadt still stand, bin ich begeistert von Bangkok. Egal, was für Interessen man hat, Bangkok hat einem etwas zu bieten.

Ich war viel shoppen, habe Tempel besucht, bin auf Märkten gewesen, habe in Museen über die thailändische Geschichte gelernt und war im größten Teakhaus der Welt. Vor allem habe ich aber gelernt, dass die Thailänder ein sehr nettes, aufgeschlossenes und hilfsbereites Volk sind. Habe ich einmal auf einen Stadtplan geschaut, dauerte es nie lange, bis ein Einheimischer neben mir stand und häufig, mit nur gebrochenen Englischkenntnissen, versucht hat zu helfen.

Bangkok war für mich ein schöner Abschluss, um den kleinen Teil Asiens, den ich auf dieser Reise besuchen konnte, abzuschließen.

Nun geht es wieder in die westliche Welt, in den Indian Summer nach Kanada.

Tipps:

  • Sehr guter Stadtplan mit vielen Aktivitätsvorschlägen und Sehenswürdigkeiten: Nancy Chandler’s Map of Bangkok
  • Jim Thompson House und Gallery: spannendes Haus und sehr gut organisierte Touren
  • Wat Benjamapholit: Für mich der schönste Tempel in Bangkok, gut mit Vimanmek zu verbinden
  • Wat Arun: Ein weiterer sehr schöner Tempel in Bangkok, für einen guten Blick auf ihn in eines der Resturants auf der gegenüberliegenden Flussseite gehen
  • Für gute Massage zu Healthland gehen (circa 5€ für eine zweistündige Thaimassage)
  • Eine Fahrt mit den Longtailbooten ist schön, es wird allerdings nichts erklärt während der Fahrt
  • Ayutthaya ist definitiv einen Besuch wert, man muss sich jedoch einen Tag Zeit nehmen

Krabi

IMG_2618Nach unser reisereichen Woche in Thailand beschließen wir, es uns vier Tage in einem Resort in Ao Nang gut gehen zu lassen. Neben einem schönen Zimmer und reichhaltigem Frühstücksbuffet, nutzen wir vor allem den Pool, um mindestens morgens und abends unsere Bahnen zu drehen. Das Resort liegt etwas abseits der Hauptstraße und auf dem weitläufigen Gelände hat man das Gefühl, schon halb im Dschungel zu sein.

Nachdem wir am ersten Tag feststellen, dass der Strand in Ao Nang selbst nicht wirklich einladend ist, fahren wir spontan in die nächste Bucht nach Railay Beach, der uns schon mehrfach empfohlen wurde und uns nicht enttäuschen soll. Die schöne Bucht ist von beeindruckenden Felsen umgeben und der weiße Sand vor blauem Meer laden zum Entspannen ein.
DCIM101GOPROAm zweiten Tag nehmen wir an einer Tour teil, die uns zu den Phi Phi Inseln bringt. Mit dem Speedboat fahren wir 45min über die ruhige See und halten schließlich für unseren ersten Schnorchelstop auf Bamboo-Island. Danach geht es weiter in die Bucht, in der der Film „The Beach“ gedreht wurde. Die Bucht ist definitiv atemberaubend schön, doch die sich aneinander reihenden Boote und Schaaren an Touristen zerstören die Schönheit, sodass wir froh sind, als wir weiterfahren. Wir halten kurz an einer Bucht mit Affen und machen während des Tages noch zwei weitere Schnorchelstopps, bevor wir am Nachmittag zurück zu unserem Resort kehren.

Damit es auch nicht langweilig wird, entscheiden wir uns am kommenden Tag für eine Stand-10447607_292578654273369_5463703681632745039_nUp-Paddletour. Am Nachmittag geht es los und da wir nur zu dritt sind, wird die Route für uns spontan geändert. Statt wie geplant auf einem Fluss Richtung Meer zu paddeln (der nicht gerade so aussieht, dass man reinfallen möchte) gehen wir direkt auf’s offene Meer und paddeln an der Küste entlang. Nachdem wir uns auf den Boards sicher fühlen und die Wellen ausbalancieren, kommt der nächste Schwierigkeitsgrad: Yoga auf dem Board. Nachdem wir alle Übungen (bis auf die Brücke am Ende) ohne ins Wasser zu fallen überstanden haben, machen wir uns langsam auf den Rückweg, wobei wir einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten.

DCIM101GOPROFür den letzten Tag in Krabi habe ich vor, noch einmal tauchen zu gehen. Nachdem sich durch Glück noch eine weitere Taucherin anmeldet, habe ich Glück und der Trip kann stattfinden.
Da die andere Taucherin ihren ersten Tauchgang hat, werde ich sogar einen Lehrer ganz für mich alleine haben. Ich freue mich daher sehr auf den Ausflug und der erste Tauchgang läuft ohne Probleme. Wir sehen eine riesige Fischschule (und mit riesig meine ich so riesig, dass man nichts anderes um sich herum mehr sieht) und das erste Mal entdecke ich eine Seeschlange unter Wasser, die unbeeidruckt von uns an uns vorüber schwimmt.

Bei zweiten Tauchgang kommt noch ein Seepferdchen hinzu, sowie weitere zahlreiche Fischeschwärme.
Da beim ersten Tauchgang alles so gut geklappt hat dreht sich mein Lehrer seltener nach mir um und auch meinen Luftverbrauch braucht er nicht mehr zu kontrollieren.
Wir tauchen unter der Insel durch drei Tunnel, an derem letzten ein riesiger Kugelfisch auf uns wartet. Nachdem mein Lehrer ihn bewundert hat, will ich noch ein Foto von ihm machen und widme mich ihm ein paar Sekunden. Als ich hinter meinem Lehrer her will, ist dieser jedoch verschwunden.DCIM101GOPRO
Die Sicht ist plötzlich schlechter geworden und ich kann ihn nirgends mehr entdecken. Ich drehe mich in alle Richtungen und hoffe, dass er nur in einem ungünstigen Winkel zu mir ist, sodass ich ihn nicht sehen konnte. Dem ist jedoch nicht so und ich bin froh, dass wir nur 5 Meter unter der Wasseroberfläche sind und vorher noch einmal durchgesprochen haben, was in einem solchen Fall geschehen muss (nur der Form halber, wie soll man sich zu zweit denn schon verlieren?!). Wie verabredet bleibe ich daher an Ort und Stelle und warte eine Minute ab. Ich bin weniger nervös als ich erwartet hätte, was definitiv auch an der geringen Tiefe liegt, aber ein etwas komisches Gefühl ist es schon mit dem Kugelfisch so ganz alleine im Meer zu schwimmen. Ich beruhige mich damit, dass wir uns in der Nähe einer sehr kleinen Insel befinden, die ich im Zweifel nur einmal zu umschwimmen brauche, um unser Boot zu finden. Nach der heruntergezählten Minute beginne ich also mit dem Aufstieg und habe Glück – ich lande direkt vor unserem Boot. 30 Sekunden später taucht auch mein Lehrer auf und kann auch nicht so recht erklären, wie wir uns verloren haben. Wie dem auch sei, wir haben noch zehn Minuten Zeit und gehen nochmal runter, diesmal allerdings mit mehr aufeinander achten.

 

Tipps:

  • Für Tour zu den Phi Phi Islands ist Orchid-Tours ein guter Anbieter
  • wer die Bucht von „The Beach“ ohne Menschenmassen sehen will, sollte direkt auf Ko Phi Phi schlafen und zu nachmittags in die Bucht fahren
  • Stingray-Divers ist eine sehr gute und professionelle Tauchschule mit fairen Preisen

Malaysia

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Morgens um 5.30Uhr treffe ich meine Schwester und meine Mutter vor einer Mall, an der der Bus nach Malaysia abfahren soll. Wir schaffen es ohne Probleme über die Grenze und sind erstaunt, wie viele Malaien täglich nach Singapur kommen, um hier zu arbeiten. Neben der endlosen Autoschlange auf der Gegenfahrbahn, bringen uns vor allem die vielen Fußgänger zum Staunen. Die beiden Grenzen liegen recht weit auseinander und eine Fußgängerbrücke scheint es nicht zu geben. Die Menschenschlange schiebt sich daher auf der Fahrbahn dahin.

10687451_10152260269736008_7592085162041106981_oUnser erstes Ziel soll die Insel Tioman, in der Südchinesischen See sein. Bis wir hier angelangen, soll allerdings noch einige Zeit vergehen. Die Fähre scheint sich auf Tioman verspätet zu haben und so heißt es warten. Nach stundenlanger Rumsitzerei kommt sie jedoch endlich an und am frühen Abend sind auf Tioman, in dem kleinen Ort Salang. Schnell finden wir eine Unterkunft, die zwar sehr spartanisch ausfällt, doch wollen wir ohnehin so viel Zeit wie möglich am Strand in der Sonne verbringen. Dabei stören uns einzig die Sandfliegen, die uns beißen und die abends von den Mücken abgelöst werden. Nachdem wir uns einen Tag gesonnt haben, buchen wir für den nächsten Tag einen Trip um die Insel. Gemeinsam mit sechs 10662159_10152260269751008_3760779381211480096_oanderen Gästen werden wir mit einem Motorboot abgeholt und besuchen einen Wasserfall, andere Strände und machen drei Schnorchelstops. Neben diversen kleineren Fischen bekommen wir hierbei gleich zweimal Riffhaie (Blacktip) zu sehen, was den gesamten Ausflug natürlich noch spannender macht.

Nach unseren erholsamen Tagen auf Tioman steht ein weiterer Reisetag an, der in aller Frühe beginnt. Wir fahren in den Westen Malaysias, in die Kolonialstadt Malacca. Im Old Town Guesthouse haben wir zuvor reserviert und es soll sich als voller Erfolg herausstellen. Zwar gibt es keine Privatbäder, dafür aber einen Besitzer, der die reinste Freude daran zu haben scheint, alles für seine Gäste zu planen. Neben den Aktivitäten in der Stadt, sucht er so für uns auch noch einen Flug von Kuala Lumpur nach Thailand heraus, damit wir nicht schon wieder so viele Tage im Bus verbringen müssen. Er entpuppt sich als wahrer Reiseveranstalter, was wir dankend annehmen.
10700690_10152260270536008_6706457759483843712_oAuf seine Empfehlung hin besuchen wir direkt den täglichen Nachtmarkt und schlagen zu: bei umgerechnet drei Euro pro T-Shirt wird nicht lange überlegt, sondern schnell und viel gekauft. Den kommenden Tag laufen wir durch die Stadt, laufen alle Sehenswürdikeiten (alter Hafen, Moschee, Kirche) ab, spazieren am Fluss entlang und genießen die kolonialen Gebäude. Abends zieht es uns nach einem kräftigen Regenschauer nochmal auf den Nachtmarkt, bevor es am nächsten Morgen weiter gehen soll und zwar in die Cameron Highlands.

Merklich spüren wir, dass wir langsam aus dem tropischen Klima in das kühlere Gebirge kommen. Auf einer 600 Kurven-reichen Straße schlängelt sich der Bus immer weiter nach oben, bis schließlich nur noch wir im Bus sitzen. Wir werden schon skeptisch, ob wir richtig sind, als Hotels auftauchen und verdeutlichen, dass sich durchaus noch andere Touristen 10572079_10152260270721008_4805206767212049236_ohierher verirren. Nach kurzer Hotelsuche machen wir uns auf zum Abendessen und buchen direkt eine Tour für den nächsten Tag. Es soll in die Teeplantagen gehen. Wir staunen, als wir die riesigen Plantagen sehen, die allesamt einer schottischen Familie gehören. 200 Arbeiter kümmern sich um diese und sind das gesamte Jahr mit Pflücken (heutzutage mit Hilfe von Maschinen) beschäftigt. Und was wir lernen: Es gibt zwar Unterschiede zwischen z.B. chinesischem und indischem Tee, jedoch nicht zwischen den Sorten. Aller Tee entstammt der gleichen Pflanze und nur der nachfolgende Verarbeitungsprozess verschafft uns die Vielfalt von Sorten, die wir heute gewohnt sind.
Nach den Plantagen geht es weiter auf eine Aussichtsplattform und schließlich einen Mosswald, in dem uns der Guide über alle möglichen Pflanzen unterrichtet und uns schließlich noch auf eine kleine Abenteuertour in den unbefestigten Wald 10644122_10152260271186008_7319176599268565601_omitnimmt – was uns neben unsicheren Schritten vor allem dreckige Schuhe und jede Menge Spaß beschert.
Nachdem wir sicher wieder im Auto sind halten wir bei einem Schmetterlingshaus, in dem es neben diversen Schmetterlingen enorm viel anderes Getier gibt (besonders cool sind die Blatt Tiere) und einer Erdbeerfarm, die man überall in den Highlands entdecken kann.

Nachdem wir in einer Woche drei vollkommen unterschiedliche Teile Malaysias kennengelernt haben, geht es am nächsten Tag von Kuala Lumpur weiter nach Krabi in Thailand, wo wieder Strand auf dem Programm stehen soll.

 

Tipps:

  • Auf Tioman empfehle ich nicht den Ort Salang, da es dort recht stark riecht und wegen eines stehenden Gewässer viele Mücken gibt
  • Malacca: Old Town Guesthouse – sehr sauber und netter Besitzer
  • Unbedingt den Nachtmarkt in Malacca besuchen
  • In den Cameron Highlands sind Montags die Teepfabriken geschlossen, was bei einer Tour berücksichtigt werden sollte

Zwei Tage Singapur

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Nachdem wir unseren letzten Abend in trauter Zweisamkeit in Indonesien mit einem schönen Dinner (das eher aus der Vielfalt der Speisen, als der Qualität aus dem Rahmen trat), gehen wir noch einmal feiern und steigen am 13.10. schließlich in den Flieger Richtung Singapur. Dort gelandet, heißt es für uns ein erstmal warten – Annas Mutter und Schwester landen 30min später als wir, sodass wir uns noch am Flughafen treffen können. Sie werden die kommenden drei Wochen als Besuch in Asien sein.

Nach einem großen Wiedersehen mit ein paar Freudestränen steigen wir in ein Taxi und es heißt auch schon wieder Abschied nehmen. Während Hannelore (Mutter) und Lena (Schwester) bei Sara, einer ehemaligen Kommilitonin von uns schlafen werden, sind wir bei Bene, einem Freund von Anna, untergebracht. Bene hat für uns schon die Planung übernommen und nach kurzem Umziehen geht es los auf eine Beachparty. Schon auf dem Weg dorthin bekommen wir mit, dass in Singapur alles etwas anders ist. Statt wie gewöhnlich in einem Taxi zu sitzen, steigen wir in einen Partybus, einem Minibus, der vor lauter Musik nur so dröhnt, durch den Laser scheinen und sogar eine Nebelmaschine fehlt nicht. Wir kommen uns vor wie in einem amerikanischen Teenie-Film und amüsieren uns sehr.

Am kommenden morgen treffen wir Annas Familie und machen uns gemeinsam mit Bene auf einen 10012769_10152260235811008_2963993067199992776_oStadtspaziergang. Den gesamten Tag laufen wir durch Singapur, bestaunen die vielen Hochhäuser, besuchen Little India und lassen die Stadt auf uns wirken. Zwischen den Hochhäusern tauchen immer wieder alte Gebäude aus der Kolonialzeit auf, sodass die Stadt einen bunten Mix ergibt. Und überall wird gebaut. Statt zu renovieren werden in Singapur Häuser abgerissen und neu gebaut und es wird Land aufgeschüttet, um noch mehr bauen zu können. Wir haben also den ganzen Tag genug zu bestaunen.

10631231_10152260236236008_2601026211816326134_oAm Montag besuchen wir schließlich noch die Teile der Stadt, die wir am Sonntag nicht mehr geschafft haben. So führt uns unser Weg durch die Shoppingmeile (was soll man von vier Frauen auch anderes erwarten?), nach Chinatown und schließlich in den Botanischen Garten. Und dann heißt es auch schon wieder Packen für uns. Früh am 16. heißt es nun wirklich Abschied voneinander nehmen. Aufgrund unserer Müdigkeit um 5Uhr morgens, als Maike zum Flughafen muss, bleibt nicht viel Zeit für Melancholie, doch ein komisches Gefühl ist es dennoch.

8,5 Monate sind wir nun zusammen um die Welt gereist, haben jeden einzelnen Tag miteinander verbracht, haben wundervolle Menschen und Orte kennengelernt und das Wichtigste, wir sind immer noch Freunde.
Wir hätten uns keine schönere gemeinsame Reise vorstellen können und sind froh um jede Erinnerung und Erfahrung, die wir sammeln und machen durften.

Lombok und Nusa Lembongan

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Lombok 28.08. – 05.09.

Nach den zwar sehr schoenen jedoch auch sehr touristischen Gili Islands zieht es uns nach Lombok, einer kleinen Insel in der Provinz Nusa. Angekommen werden wir von unserem Fahrer in den Sueden Lomboks – nach Kuta (nicht zu verwechseln mit Kuta Bali) gebracht. Auf der Hauptstraße findet man einige Surfshops und jede menge einheimische Warungs mit Gado Gado, Nasi Goreng oder Soto Ayam. Mehr als diese eine Straße und zwei Nebenstraßen gibt es in Kuta auch nicht. Dennoch oder genau deswegen fühlen wir uns auf Anhieb wohl. Ueberall sieht man Surfer auf ihren Rollern zum naechsten Spot cruisen, die Lokals sitzen vor ihren Shops und ab und zu hoert man das Wort „Transport?“, wenn man wieder einmal eine Touri-Info passiert.

Etwa 90% der Einwohner Lomboks sind Anhänger des Islams. So findet man neben den genannten Touri Shops auch sehr viele Moscheen auf Lombok. Woran man sich als Ausländer gewöhnen muss: Es wird mehrmals täglich zum Gebet gerufen, und das über die Lautsprecher der Moescheen. Auch um 5 Uhr morgens  schallt der Gebetsgesang ueber Kuta.

Wir checken im Kuta Bay Homestay ein. Für umgerechnet 11,50 Euro bekommen wir ein kleines gemuetliches Bungalowzimmer mit Frühstück und Poolnutzung. Wie wir im Internet vorher gelesen haben soll man sich auf jeden Fall Roller ausleihen und die Umgebung erkunden. Gleich am ersten Tag leihen wir uns fuer umgerechnet 3,50 Euro pro Tag eben soeinen aus und machen uns auf Entdeckungstour. Ca. 8Km westlich von Kuta befindet sich der erste Traumstrand Mawun BeachP1100423. Hier verbringen wir den Vormittag mit ungefaehr 5 anderen Touristen und ein paar Lokals, die Kokosnuesse und Sarongs verkaufen wollen. Nach ein paar faulen Stunden in der Sonne treibt uns unser Hunger schliesslich weiter Richtung Mawi Beach. P1100443Mawi ist ein bekannter Surf Spot hier in Kuta. Heute beschließen wir jedoch die Surfer erstmal zu beobachten, bevor wir uns selber in die Wellen stuerzen.

Abends kann man hier in eine der zahlreichen Bars gehen. Jeden Tag ist in einer anderen Bar Live-Musik und anschliessend noch ein DJ. Besonders erwaehnenswert ist hier die Surfers Bar. Hier treffen sich fast alle Surfer und moechtegern Surfer um den Tag mit einem Bintang ausklingen zu lassen. Wenn die Surfers Bar zu macht, geht man einfach ueber die Strasse zur Fishermansbar, die wirklich nur einen Steinwurf vom Wasser entfernt liegt. Hier kann man, wenn man moechte, feinsten Elektro bis in die Morgenstunden hoeren. Beim Abendessen wird man von kleinen einheimischen Kindern mit grossen Kulleraugen angeguckt und gefragt, ob man nicht eins ihrer selbstgemachten Armbaender kaufen moechte. Manche sind sehr hartneckig und holen ihre Jokersprueche raus um uns zum Kauf zu ueberreden andere wiederum geben schnell auf und schlurfen zum naechsten Touri-Tisch um ihr Glueck zu versuchen. Auch spaeter am Abend trifft man die „Kleinen“ in den Bars wieder. Hier wird eben nicht um 18 Uhr das Sandmännchen geguckt und um 19 Uhr schlafen gegangen.

Andere Kinder trifft man oft, wenn man mit dem Roller zu den Surfer-Spots fährt. Sie halten an der Straße stehend Eimer in der Hand und rufen dir etwas Unverstaendliches nach. Wie uns spater erzaehlt wird, schütten die Kinder die zahlreichen Schlagloecher in der Strasse mit Sand auf und wollen dafuer Geld haben. Diese Sinnvolle Arbeit muss belohnt werden, so halten wir am nächsten Tag auf dem Weg nach Gerupuk unterstützen diese gute Tat mit ein paar Münzen gerne.

Am Vormittag des 31.08. treffen wir Harry, den wir gleich am ersten Tag im Banana Homestay kennengelernt haben, und einen Freund von ihm. Die beiden sind in Lombok gross geworden und wollen uns heute mit nach Gerupuk zum Surfen nehmen. Das erste mal in unserer bisherigen Surferkarriere geht es fuer uns mit dem Boot zu einem Reefbreak. Etwas aufgeregt stuerzen wir uns nach einer kurzen Bootsfahrt mit unseren Boards in die Fluten. P1100474Wir haben Surfguiding gebucht und so geniessen wir, dass Harry und sein Freund uns genau sagen, wo wir im Line-Up sitzen muessen und schupsen uns das ein oder andere Mal in die Welle, die wir uns alleine wahrscheinlich nicht getraut haetten zu nehmen. Es wird zunehmend voller und nicht selten surft man eine Welle mit 5 anderen Leuten. Nach zwei Stunden und vielen Wellen fahren wir erschoepft, aber gluecklich wieder nach Kuta zurueck. Wir werden in den insgesamt 8 Tagen noch 3 Mal Surfen und unsere „Right“ in Gerupuk P1100488verbessern. Am Abend haben wir uns zum Sonnenuntergang beim Seger Beach verabredet. Mit selbstgebrautem Reiswein und Erdnuessen sitzen wir mit ein paar anderen Sonnenuntergangsbeobachtern auf einem kleinen Huegel und geniessen den fantastisch romantischen Ausblick.

P1100464Eigentlich läuft jeder Abend ähnlich ab: Erst Abendessen und danach Live-Musik in einer der vier Haupt-Bars (Surfers Bar, Riviera, Magic Bar und El Café) anhören. Heute sind wir eine groessere Truppe. Wir verbringen den Abend mit unserem Nachbar vom Kuta Bay Homestay und seinen 4 Freunden. Alles Surfer, Skater – coole Jungs eben😉 Allgemein entwickelt sich Kuta zu einer Art Homebase fuer uns. Tagsueber fahren wir mit unserem schnittigen roten Roller zu den verschiedenen Straenden in der Umgebung, gehen Surfen, lesen, trinken Kaffee, suchen uns einen netten Warung zum Mittag und treffen abends bekannte Gesichter beim Essen oder auf der Tanzflaeche wieder. Insgesamt ist Kuta ein guter Mix aus „in der Sonne liegen und Faullenzen“ & „Surfen und Partymachen“.

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Tipps fuer Lombok:

  • Kuta Bay Homestay: 175′ IDR, inkl. Fruestueck und Poolnutzung
  • Roller leihen und Straende in der Umgebung erkunden!
  • Gerupuk Surfen: Surfguiding, mit Lokal vor Ort 200′ IDR, Boot inkl.
  • Seger Beach Sonnenuntergang
  • Parkgebuehr an jedem Strand zwischen 5′ – 10′ IDR
  • Fragen wo abends Live-Musik gespielt wird
  • Leckere Warungs: Nana’s, Aldi’s, Chilli’s

 

 

 

Nusa Lembongan 05.09. -12.09.

Wir kommen am 05.09. in Nusa Lembongan, einer der drei kleinen Inseln vor der Küste Balis an. Wie bereits auf Bali sind die Einwohner hier wieder ueberwiegent Hinduisten. Lembongan Village ist das größte der drei Dörfer auf der Insel. Die meisten Touristen verbringen ihren Aufenthalt jedoch hauptsächlich in Jungutbatu und am Mushroom Beach.IMG_2395 Unser Homestay befindet sich in Jungutbatu an der Hauptstrasse. Es gibt einen Pool in der Mitte und die Zimmer sind schoen gross und sauber. Jepp – hier lässt es sich eine Woche aushalten.

Am ersten Tag leihen wir uns Fahrraeder aus und wollen so die Insel erkunden (Spater merken wir, dass ein Roller vielleicht doch die bessere Wahl gewesen waere). P1100503Im Nordosten Nusa Lembongans befinden sich die Mangrovenwälder. Wenn man der mit Schlagloechern uebersaehten Strasse folgt gelangt man zu einen der zahlreichen Sandbuchten der Insel. So halten wir fuer ein kleinen Mittagessen und ein Sonnenbad beim Mushroom Beach und fahren dann weiter an der Kueste entlang. Überall sieht man auf den Stränden und an den Straßen breit ausgelegten Plastikmatten mit getrockneten Seetang. P1100496Ein leichter Seegras Geruch hängt über der gesamten Insel. Da wir mittlerweile doch ziemlich aus der Puste sind –  die Fahrraeder sind nicht wirklich die geeignetsten fuer die Strassenverhaeltnisse hier – machen wir uns am Nachmittag schliesslich wieder auf nach Jungutbatu.

Wenn die Partyskala in Kuta Bali eine 10 war, auf Gili Trawagan eine 9,5 und in Kuta Lombok eine 8, kommen wir in Nusa Lembongan dem Nullpunkt  gefaehrlich nah. Die einzige ‚Party‘ die hier einmal woechtlich stattfindet geht *Trommelwirbel*  von 18:00 Uhr – 22:00 Uhr. Da wir die letzten Wochen jedoch ausreichend feiern waren, begruessen wir die ruhige Abwechslung und passen uns schnell dem Rhythmus der Insel an. xxxWir gehen jeden Tag um ca. 22:00 Uhr schlafen, stehen am naechsten Morgen frueh auf, um entweder um 8:00 Uhr zum Yoga zu gehen oder zu Surfen, liegen an unserem Pool schlafen, essen oder lesen.

Motiviert wie wir waren haben wir uns direkt eine 5er Yoga Karte geholt. Von Montag bis Freitag wird sich jetzt jeden Tag gestrecht und gedehnt. Da wir von Lombok noch ziemlich motiviert sind erfolgreicher in unsere Surferkarriere zu werden, beschliessen wir auch in Nusa Lembongan wieder eine Surfschule aufzusuchen. Wir landen bei den Newbro SurferboysP1100527 und buchen eine intermediate Stunde. Eine gute Wahl. Wir fahren mit dem Boot raus zum Riff und finden eine schoene Left. So verbessern wir uns jeden Tag und kommen dem Status Pro Surfer immer näher.

Da unsere Fahrraderfahrung eher in schlechterer Erinnerung geblieben ist, leihen wir uns heute einen Roller. Laut Tripadviser soll man unbedingt zur Devil’s Tear fahren.P1100538 Ein paar Meter neben dem Dream Beach prallen Wassermassen gegen die Steilkueste und hinterlassen riesige Fontaenen. Besonders spektakulaer ist dieses Phänomen übrigens bei Flut.

Zusammen mit Big Fish buchen wir 2 Fun Dives. Da der Seegang in dieser Woche zu wellig ist, koennen wir leider nicht zum Manta Point um Manta Rays zu sehen. Dafuer sehen wir wieder allerleih bunte Fische in verschiedensten Größen. Zwei mal die Woche werden bei Big Fish bzw. beim Yoga Shack Vorträge gehalten, die einen guten Einblick über das Verhalten und die Lebensräume der seltsamen Meeresbewohner vermitteln. Die Referenten sind Gründer der Aquatic Alliance, eine Meeresforschungsstation, die sich dem Erhalt und der Erforschung des seltenen Mola Mola, des Mondfisches, verschrieben hat.Bildschirmfoto 2014-09-22 um 22.08.20

Da wir keine Rochen beim Tauchen gesehen haben, wollen wir unser Glück noch einmal beim Schnorcheln probieren. Eigentlich wollten wir nur etwas Obst und Wasser im kleinen Supermarkt um die Ecke kaufen, als der Besitzer uns fragt, was wir die nächsten Tage noch vorhaben und ob wir nicht mit ihm Schnorcheln gehen wollen. Er sei auch Bootsmann uns verspricht, dass wir Rochen sehen werden. Bei 100.000 IDR kann man nicht viel falsch machen und Rochen wollen wir nun wirklich noch sehen. Um 7:40 Uhr ist Treffpunkt beim Kiosk. Mit insgesamt 8 Tourist geht es mit einem kleinen Boot Richtung Manta Point. Kein Wunder, dass alle Tauchschulen zu uns meinten, dass Dienstag die letzte Möglichkeit war um mit dem Boot rauszufahren. Der Wellengang ist zum Teil ganz schön heftig und kurzzeitig malen wir uns aus, wie hoch unsere Überlebenschancen hier draußen wohl wären – ohne Schwimmweste…

Es sind schon 5 weitere Boote am Spot und zahlreiche Schnorchler suchen bereits fieberhaft nach den berühmten Manta Rays. Die Fahrt hat sich gelohnt. Auch wir springen zu den anderen ins Wasser und können die wunderschönen Lebewesen von weitem beobachten.

Nusa Lembongan war Entspannung pur. Eine Kur aus Sport, guten Essen, am Strand oder Pool liegen, Tauchen, Schnorcheln und Verzicht auf jeglichen Alkohol. Wir fuehlen uns so fit und ausgeglichen wie nie zuvor. Umso trauriger ist es, dass wir am Freitag unseren letzten Tag auf der Insel haben.

Zurück auf Bali verbringen wir noch eine Nacht im Eco-Living Hostel in Kuta, wo wir bereits am Anfang unserer Indonesien Rundreise uebernachtet hatten. Da unser Flug am 13.09. erst um 17:40 Uhr geht, beschliessen wir noch einmal eine Partynacht in Kuta zu verbringen, bevor es nach Singapur geht – Maikes letztem Halt auf Weltreise😦

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Tipps fuer Nusa Lembongan:

Bali und die Gili Inseln

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Eine riesen Menschenschlage empfängt uns in Denpasar, Bali. Noch nie mussten wir auf unser Visa so lange warten, aber gut: Wir haben ja keine Eile.
Nachdem wir nach drei Stunden endlich den Flughafen verlassen, müssen wir feststellen, dass wir länger in Indonesien bleiben als unser Visa erlaubt. Bevor wir uns hiermit beschäftigen, müssen wir aber erstmal unser Hostel finden, was sich leider schwieriger als erwartet gestaltet. Unser Taxifahrer weiß nicht so wirklich wo wir hin wollen und wir suchen Ewigkeiten. Endlich haben wir es aber geschafft und können entspannen. Allerdings nur so lange, bis wir zum Abendessen wollen und die erste Straße zu überqueren haben. Der Verkehr ist massiv. Roller und Autofahrer überholen sich und hupen ununterbrochen und wir als Fußgänger stehen ganz unten in der Liste, wer Vorrecht hat. Es heißt also warten, bis wir eine kleine Lücke im Verkehr finden und zumindest schon einmal bis zum Mittelstreifen kommen. Sicherer fühlen wir uns hier keineswegs, aber schließlich schaffen wir es auch die zweite Hälfte der Straße zu überwinden und werden mit jedem weiteren Mal ein wenig sicherer.
Leider müssen wir feststellen, was uns schon viele Leute gesagt haben: Kuta Bali ist nicht schön. Wir verbringen den kommenden Tag allerdings eh zur Hälfte auf der Immigrationsbehörde, um unser Visum zu verlängern. Anders als uns vorher gesagt wurde, bekommen wir die Verlängerung allerdings nicht sofort, sondern müssen unsere Reisepässe für 6 Tage abgeben. Wir haben dabei zwar kein gutes Gefühl, aber es bleibt uns nichts anderes übrig.
Wir beschließen daher den restlichen Tag mit Planen zu verbringen, was vorher leider zu kurz gekommen war.
Am nächsten Tag machen wir uns dann auch schon auf den Weg nach Ubud, um ein wenig die Kultur Balis kennenzulernen.
Auf Bali leben überwiegend Hinduisten, wodurch vor jedem Hauseingang und Laden Opfergaben liegen. Spazieren gehen wir dadurch zu einem kleinen Hindernislauf, aber auch hieran gewöhnt man sich.
Ubud gefällt uns auf Anhieb wesentlich besser als Kuta. Zwar ist es auch hier sehr touristisch und von wenig Verkehr sind wir weit entfernt, aber dennoch IMG_2316ist alles etwas entspannter.
Sobald wir aus dem Bus ausgestiegen sind, fragt uns ein Angestellter, wo wir wohnen. Wir sagen, dass wir noch keine Unterkunft haben und er lädt uns ein bei ihm und seiner Familie zu wohnen. Uns kommt das am Anfang sehr komisch vor, aber wir werden die kommenden Wochen in diesen „Homestays“ verbringen, die wie Pensionen funktionieren. Man hat ein Bungalow und morgens gibt es ein leckeres Frühstück.
IMG_2283Schnell haben wir unsere Lieblingstätigkeiten hier gefunden: morgens geht es zum Yoga, danach schauen wir uns entweder Tempel an, besuchen Reisterrassen oder die Affen im Wald, essen unglaublich leckeres Essen und gehen shoppen. An den vielen kleinen Läden und Restaurants führt einfach kein Weg vorbei.
Schließlich verbringen wir noch Indonesiens Unabhängigkeitstag in Ubud, derP1100275 anders ausfällt, als wir es erwartet haben. Die ganze Veranstaltung findet auf dem Sportplatz des Ortes statt und wird durch einen lustigen Wettbewerb eröffnet. Jungen und Männer versuchen einen Menschenturm zu bilden und dadurch einen circa 5 Meter hohen Stamm zu erklimmen, der mit Pech angeschmiert ist. Das ganze ist eine lustige Veranstaltung, die sich schwieriger als gedacht entwickelt. Wie kleine Äffchen klettern die Jungen übereinander, treten dabei auf Schultern und manchmal auf den Kopf und am Ende fällt der ganze Turm doch wieder in sich zusammen. Als es endlich geschafft ist, kommen die Schulkinder an die Reihe und spielen eine Art Blaskapelle. So geht es den ganzen Nachmittag weiter und langweilig wird einem beim Zugucken nicht.
Nach vier Tagen fahren wir schließlich zurück nach Kuta und bekommen mit einem Tag Verzögerung endlich unsere Reisepässe wieder.
Hiernach beschließen wir, dass wir genug von Bali gesehen haben und machen uns auf den Weg auf die Gili-Inseln.
IMG_2346Die Gilis sind drei kleine Inseln, die vor Lombok liegen. Wir entscheiden uns alle drei Inseln zu besuchen, da sie recht unterschiedlich sind. Leider ist keine der drei mehr so verlassen, wie vor einigen Jahren noch.
Wir starten mit Gili Trawangan, der Partyinsel. Was uns als erstes begeistert: Auf den Gilis gibt es keine Autos und Roller. Dafür jedoch jede Menge Pferdekutschen, die das Überqueren von Straßen nicht unbedingt ungefährlicher machen.
Wir entschließen uns zu zwei Strandtagen, die leider durch kurze Schauer unterbrochen werden. Anders als auf Bali sind die meisten Bewohner der Gilis Moslems und während wir uns in der Sonne baden hören wir immer wieder den Gesang des Muezzins, der in der nahegelegenen Moschee singt.
Gili T. gefällt uns schon besser als Bali, aber nach zwei Tagen haben wir genug gefeiert und machen uns auf die kurze Bootsfahrt nach Gili Meno, die das komplette Gegenteil von Gili T. ist.
Waren auf Gili T. vor allem junge Leute, sind hier mehr Familien und Paare. Die Insel lässt sich in 45 Minuten umrunden und die Strände sind schöner. Allerdings auch wirklich recht ruhig und wir fahren nach zwei Nächten weiter nach Gili Air, die ein guter Mix der beiden anderen Inseln sein soll und uns im Nachhinein am besten gefällt.
Hier ist abends immer was los, wenn man noch ausgehen möchte, die Strände sind sehr schön und es ist nicht zu voll.
Wir werden von einem Local zu einem Schnorcheltrip überredet, den wir am kommenden Tag machen. Aus den 30-35 Leuten, die auf dem Boot sein sollen, werden am Ende knapp 50, was uns ein wenig den Spaß am Schnorcheln nimmt. Man sieht eher Flossen vor sich, als irgendetwas anderes und als wir dann doch mal eine Schildkröte sehen, tut sie uns leid mit so vielen Touristen um sich, die unbedingt alle den Panzer anfassen wollen. Immerhin waren wir aber den Tag unterwegs und haben eine nette Gruppe Deutscher kennengelernt, mit denen wir die nächsten Tage verbringen werden.DCIM100GOPRO
Da wir nun schon auf den Gilis sind, die als Taucherparadies gelten, wollen wir uns natürlich auch diese Aktivität nicht entgehen lassen. Wir haben zwei sehr schöne Tauchgänge, bei denen wir einen Babyhai sehen, diverse große Fische und ein gesunkenes Ponton, das mit ein paar Fahrrädern zu einem schönen Tauchspot erweitert wurde und das erste „Wrack“ ist, das wir sehen.
Nach vier Nächten wird es dann jedoch auch schon wieder Zeit Gili Air zu verlassen und wir machen uns auf den Weg nach Lombok, wo wir eine Woche in Kuta verbringen wollen.

Tipps:
Eco-Living Hostel in Kuta, Dorms starten bei 85.000IDR
• In Ubud mehr als nur einen Tag verbringen, um den Ort wirklich kennenzulernen
• Gili Air: Air Hostel, sauberes und nettes Hostel
• Gili Air: Manta Dive ist eine gute Tauchschule

Australien

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Am 06.08. kommen wir in Sydney an und machen uns direkt weiter auf den Weg nach Newcastle, wo wir Ben treffen werden. Ben haben wir vor genau einem Jahr in St. Peter-Ording auf dem Kiteworldcup kennen gelernt, waren mit ihm zusammen in Frankreich surfen und treffen uns nun in seiner Heimat Australien wieder.

Als wir in Newcastle ankommen holt uns Tess ab, die juengste von den drei Geschwistern, die weder weiss, ob wir maennlich oder weiblich sind, geschweige denn wie lange wir ueberhaupt bleiben und was Ben fuer die naechsten Tage geplant hat. Ben wird erst abends kommen, wo wir bereits im Traumland sein werden. Wir erfahren von Tess, dass wir mit Ben auch nur einen gemeinsamen Tag haben werden. Egal, wir geniessen gerade einfach mal kein Hostel zu suchen und uns Gedanken ueber die naechsten Tage zu machen.

Nach dem freudigen Wiedersehen mit Ben fahren wir gemeinsam einen Tag die verschiedenen Surfspots von Newcastle und Umgebung ab und finden uns kurzerhand im „Shorty“ im Lineup wieder. Trotz des milden Winters, der eher dem Sommer in Hamburg aehnelt, sind wir noch die Wassertemperaturen von Fiji gewoehnt und fangen schnell and vor Kaelte zu schlottern. Den Nachmittag verbringen wir mit Salzwasserhaaren in einem Cafe und versprechen uns, dass wir uns ganz bald irgendwo auf der Welt wieder treffen werden. Nachdem Ben weg ist, verbringen wir noch einen schoenen Tag mit Kahlee. Wir gehen mit ihr morgens um 6 Uhr (nein, ich habe mich hier nicht vertippt) zum Yoga und treffen anschliessend Freunde von ihr zum fruehstuecken. So vergehen wieder mal viel zu schnell die Tage.

Am 09.08. fahren wir weiter zu Sarah und ihren Freund Ben in die Dick Street (musste noch jemand gerade schmunzeln?) nach Manly. Sarah ist Maike’s ehemalige Kollegin und ist zu ihrem Freund nach Australien 10600420_10152171727931008_2487471630566811296_nausgewandert. Sie haben einen wirklichen Gluecksgriff gelandet. Das Haus indem sie leben liegt direkt zwischen Curl Curl und Freshwater Beach. Sie teilen sich das Haus mit 3 anderen Freunden und koennen von der ersten Etage aus bequem die Wellen checken. Sarah zeigt uns an diesem Nachmittag bei einem Spaziergang die Straende in der Umbgebung uns schliesslich die Moenckebergstrasse von Manly (nur das es hier mehr Surfshops als alles andere gibt). Uberall sieht man Surfer, Skater und coole Hipster Familien. Alle wirken so ausgeglichen und froehlich. Jeder scheint hier sehr aktiv zu sein 10349217_10152171727896008_8306080768665172433_nund mehr Zeit draussen in der Natur als zu hause vor dem Fernseher zu verbringen. Ueberall sieht man parkende Autos vor denen sich die Surfer umziehen und noch einmal ihr Board nachwachsen, bevor es in die Fluten geht, Familien die im Gras sitzen und picknicken oder Jogger. Nach einem leckeren Abendessen erkunden wir schliesslich noch das Nachtleben von Manly und lassen den Abend mit ein paar leckeren Apfel Cider ausklingen.

Da wir auch hier eher spontan nach einem Treffen gefragt hatten, sind die beiden ab Sonntagmittag bereits verplant und wir verabreden uns spontan 10553339_10152171728231008_8590304446086739145_nmit Constantin, einem Freund von Anna, der mittlerweile in Sydney studiert und mit seiner Freundin Lisa in der Naehe des Stadtzentrums wohnt. Wir fahren von Manly mit der Faehre nach Sydney. Es ist sonnig und der erste Blick auf das Opera House und die Harbour Bridge wirklich beeindruckend. Wir treffen die beiden und starten den Nachmittag mit einem leckeren Scone in The Tea Cosy10599648_10152171728036008_4727052403347427056_n, bevor wir uns zur exklusive Stadtfuehrung auf machen. Wir sehen in 4 Stunden alles vom The Rock Market, dem botanischen Garten, Hyde Park, dem sprechenden Hund von der Queen, Darling Habour bis zur bekannte Shoppingstrasse George Street.

Wir geniessen in den 5 Tagen Australien besonders Freunde wiederzusehen und einmal in das „wirkliche“ Leben in Australien reinschnuppern zu duerfen. Wir treffen auf keine anderen Backpacker, schlafen in keinem Dorm und lesen diesmal nicht den Lonely Planet oder Wikitravel fuer Tipps. Diese bekommen wir ja schliesslich brannt heiss von unseren „Locals“. Auch ist es schoen zu erfahren, dass man ueberall herzlich willkommen ist, selbst wenn die andere Person (wie es bei Bens Schwestern z.B. der Fall war) einen gar nicht kennt und man trotzdem wie selbstverstaendlich ueberall mit hingenommen wird.

Auch diesmal versprechen wir uns wieder zu kommen.

Fiji

IMG_2216Mit dreistündiger Verspätung kommen wir am 21.07. in Nadi, Fiji an. Am Flughafen werden wir von schwüler Hitze und einer fijianischen Band begrüßt, die traditionelle Lieder spielt. Nachdem wir den Fahrer unseres Hostels gefunden haben, machen wir uns auf den Weg. Wir genießen unser Abendessen am Strand und freuen uns wieder in der Wärme zu sein.

Da wir unsere Fähre nach Qamea verpasst haben, haben wir einen Tag mehr als geplant in Nadi. Statt der 18stündigen Fähre werden wir zwei Tage später von Suva aus einen Propellerflieger nehmen, der uns innerhalb einer Stunde nach Taveuni bringen wird.

Wir beschließen daher Nadi zu besichtigen, um wenigstens einen Eindruck davon zu erhalten, wo wir uns befinden. Bisher ist Fiji anders, als wir es uns vorgestellt haben: Die Straßen sind dreckiger, das Wasser weniger blau, der Sand weniger weiß. Wie wir merken werden: So ist es auf der Hauptinsel nun mal. Das Paradies erwartet uns auf den kleinen Inseln.

P1100010Wir machen uns also auf den Weg in die Stadt und werden direkt in einen Laden gelockt. Der Besitzer lädt uns zu einer Kava-Zeremonie ein, um uns auf Fiji willkommen zu heißen.
Im Kreis sitzen wir auf einer Matte aus Kokosnussblättern, die die Frauen in den Dörfern flechten. In der Mitte steht eine große Schüssel Kava, das Nationalgetränk. Kava ist der Extrakt einer Pfefferpflanze und schmeckt nach Schlamm. Nicht wirklich unser Fall, aber uns gefällt die Idee, dass abends alle zusammen kommen, Gitarre spielen und singen und den Kava herumreichen. Bevor man trinkt muss man einmal in die Hände klatschen und „Bula“ sagen, was sowohl „Hallo“, als auch „Prost“ bedeutet. Danach leert man die Kokosnussschale, in der der Kava serviert wird in einem Zug, gibt sie dem „Kava-King“ (dem Ausschenker) zurück, bedankt sich mit dem Wort „Vinaka“ und klatscht dreimal in die Hände. So geht es im Kreis um. Ist die ganze Schüssel leer, wird die Zeremonie geschlossen, man wünscht sich eine gute Nacht und alle gehen schlafen.
Da wir uns bei unserem ersten Kava jedoch in dem besagten Laden befinden, machen wir dies alles im Schnelldurchlauf, werden danach dann doch noch genötigt eine Kleinigkeit zu kaufen und machen uns auf den Weg auf den Obst- und Gemüsemarkt.  Man kann Nadi nicht als schön bezeichnen, aber nun wissen wir wenigstens, wo wir uns befinden. Und wir lernen die Freundlichkeit der Fijianer kennen. Jeder grüßt einen, fragt wie es einem geht und ist behilflich.

Als wir am kommenden Tag vier Stunden im Bus nach Suva sitzen, winken die Einheimischen uns zu, sobald sie den Bus entdecken und alle lachen oft und viel. Werden Touristen an einem der Resorts abgesetzt, werden sie mit einem lauten „Bula“ begrüßt und die Herzlichkeit der Fijianer ist beeindruckend.

Wir übernachten in Suva, um am nächsten morgen unseren 20-Personen-Flieger nach Taveuni zu erwischen. Am Flughafen erleben wir unsere erste amüsante Überraschung: Es wird nicht wie gewohnt nur unser Gepäck IMG_2236gewogen, sondern wir gleich mit. Wir steigen etwas skeptisch auf die Waage, aber das scheint bei kleinen Flugzeugen üblich zu sein. Im Flugzeug dann die nächste: Das Cockpit hat keine Tür und da wir in der ersten Reihe sitzen, haben wir das Gefühl selber zu fliegen. Wir genießen den Ausblick über all die kleinen Inseln und sind froh, dass wir keine Turbulenzen haben. In Taveuni wartet schon ein Fahrer auf uns, der uns an den Strand bringt. Dort erwartet uns Ben, der uns mit einem kleinen Boot in unser Resort Maqai Beach bringen wird. Ben ist ein herzlicher Fijianer, der neben der Tätigkeit als Bootsführer auch noch Dive-Master, Klempner, Elektriker und der Pastor des Dorfes ist. Die Überfahrt ist welliger als erwartet und wir werden ordentlich nass. Zur Zeit ist es über dem gesamten Pazifik extrem windig, was die kommenden zwei Wochen leider nicht abnehmen wird. In Maqai erwarten uns sechs andere Gäste, die gerade gemeinsam Mittag essen und zahlreiche Angestellte.

Schnell gewöhnen wir uns an den Tagesablauf: Zwischen 7 und 9Uhr morgens gibt es ein Frühstücksbuffet. Danach gehen wir meist in unserem Riff vor der Tür schnorcheln, lesen, wandern den halbstündigen Jungle-Track, der uns zu zwei Aussichtspunkten über die Bucht führt oder sitzen einfach nur in der Sonne. Gegen 13Uhr gibt es ein leichtes Mittagessen, danach Kaffee und Kuchen und ein Volleyballspiel, in dem uns die Angestellten weit aus überlegen sind. Fijianer lieben Volleyball und haben unheimlich viel Spaß am Spiel. Immer wird viel gelacht und alle spielen mit.

P1100018Wenn es dunkel wird findet man sich wieder im Essens-/Barbereich ein und irgendwann gibt es dann ein leckeres Abendessen. Noch während wir essen sitzen die Angestellten schon zusammen und spielen Gitarre und singen.  Nach dem Essen setzen wir uns dazu und es gibt Kava, bis nach und nach alle in ihre kleinen Strandhütten verschwinden (aufgrund der Tatsache, dass neben uns ausschließlich Paare und Familien in dem Resort sind, sind wir meistens die letzten, die an Gästen noch übrig bleiben). Es ist leicht, in Maqai nichts zu tun. Doch ein wenig von Fiji wollen wir schließlich auch sehen. Am Sonntag fahren wir daher mit dem Pastor Ben und Jone und Toni, zwei Angestellten des Resorts, in deren Dorf Naiviivi, das in der nächsten Bucht liegt und besuchen den Gottesdienst. Nachdem ein Wiebelsturm 2010 die Kirche des Dorfs zerstört hat, werden die katholischen Gottesdienste provisorisch in dem Gemeinschaftshaus abgehalten. Alle sitzen auf dem Boden, die Kinder gemeinsam ganz vorne. Es ist üblich, dass die Großen sich um die Kleinen kümmern und ein Auge auf sie haben. Ben stellt uns der Gemeinde vor, erklärt uns auf Englisch den Inhalt des Gottesdienstes und bereitet uns darauf vor, dass alles andere auf Fijian stattfinden wird, wir also leider nichts verstehen werden. Da der Großteil aber ohnehin aus Liedern besteht, stört uns das wenig. Wir sind beeindruckt: Einen Kirchenchor braucht hier keinen. Fijianer sind alle extrem gute und laute Sänger, die sofort die verschiedenen Stimmen eines Liedes übernehmen und wir genießen es, ihnen zuzuhören. Nach dem Gottesdienst werden wir von dem 7-jährigen Neffen Tonis durch das Dorf geführt und sitzen schließlich noch zwei Stunden vor der Hütte der Lehrer, trinken mit den Einheimischen Kava, hören amerikanische Musik, spielen ein Brettspiel und helfen den Lehrern der Schule bei einigen Internetproblemen. Uns gefällt das Dorf sehr und wir werden häufiger gefragt, vornehmlich von jungen fijianischen Singles, ob wir nicht für immer bleiben wollen und zu ihnen ziehen. Wir lehnen dankend ab und machen uns wieder zurück in unser Resort.

Da wir aufgrund des Windes auf Surfen verzichten müssen, entschließen wir uns zu einem Tauchgang. Es soll eine der besten Entscheidungen werden. Gemeinsam mit drei anderen Gästen fahren wir mit dem Boot nach Taveuni zur Tauchschule, die mit Abstand beste, in der wir bisher getaucht sind. Und die Location sowieso! Wir tauchen an der Great White Wall, dem 6-besten-Tauchspot der Welt. Wir sind überwältigt. Das Riff ist mit Abstand das schönste, das wir je gesehen haben, die Great White Wall ist mit weißen Korallen überzogen, die Schneeflockenform haben und fällt senkrecht in die Tiefe. Während des Tauchgang begegnen wir einem Hai, der uns jedoch zum Glück nicht weiter beachtet – wie die Fijianer uns erklären: Die Haie hier sind Vegetarier. Unsere Mittagspause verbringen wir in einer kleinen Bucht, einer der Tauchlehrer studiert Meeresbiologie und wir erhalten eine Lehrstunde über die Fische die wir gesehen haben und noch sehen werden (im Kopf behalten wir vor allem, dass viele Fische während ihres Lebens ihre Sexualität wechseln und dass wir, wenn wir unter Wasser einer bestimmten Art von Krebsen begegnen, unser Atemgerät herausnehmen und den Mund öffnen sollen, um von ihnen die Zähne geputzt zu bekommen).
Der zweite Tauchgang ist genauso beeindruckend, jedoch wesentlich anstrengender, aufgrund starker Strömung. Unseren Sicherheitsstopp vor dem Auftauchen machen wir am Riff hängend, um nicht am Ende noch in Afrika zu landen.

P1100076Einige Tage später fahren wir in ein anderes Dorf, um uns das Sportfest des Jahres anzusehen. Alle Schulen der Insel kommen zusammen und die Kinder spielen Rugby und Netball (ähnlich zu Basketball). Auch hier stellen wir wieder die musikalischen Eigenschaften der Locals fest: Im Klassenzimmer singen alle Kinder zusammen in einer so ohrenbetäubenden Lautstärke, dass sich die Lehrerin am Ende mit einem Megafon Gehör verschaffen muss.
Wir sehen die ersten Rugbyspiele unseres Lebens und sind beeindruckt wie hart der Sport ist und wie tapfer die kleinen Spieler, spielen mit den kleineren Kindern und machen einen Spaziergang durch das Dorf. Nachdem unser Boot leider gestrandet ist und wir bei Ebbe nicht mehr zurückkommen, befürchten wir zunächst in dem Dorf übernachten zu müssen. Zum Glück erbarmt sich jedoch eines der Boote uns mitzunehmen und deutlich überladen (mit fünf Gästen an Bord hatte keiner gerechnet), erreichen wir schließlich unsere Bucht.

Langsam geht unsere Zeit in Maqai vorbei, was wir nicht wirklich wahrhaben wollen. Inzwischen haben wir uns mit den Angestellten angefreundet und haben jede Menge Spaß zusammen mit einem weiteren Backpacker, der im Resort angekommen ist. Doch wir können schließlich nicht für immer bleiben. Als uns am Morgen des 04.08. nach dem Frühstück alle Angestellten zusammen den traditionellen Abschiedssong singen, haben wir Tränen in den Augen. Wir müssen versprechen irgendwann wieder zu kommen und verringern das Versprechen zu uns selbst von 10 auf 5 Jahre.

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